Do Things out of Love

IMG_1026bb„Versprich mir was. Triff deine Entscheidungen aus Liebe. Nicht aus Angst.“ Wir sitzen an diesem bescheidenen Platz, an dem so unzählig viele Erinnerungen hängen. Blicken über die Kleinstadt, die wir gar nicht schnell genug loswerden können und trotzdem vermissen würden, vielleicht. Irgendwie. Sahen zu, wie der Horizont die Sonne verschlang und versuchten, nicht daran zu denken, dass die Dämmerung viel mehr als nur den Tag mit sich reißen würde. Es sind die letzten Augenblicke vor dem Abschied, bevor sich unsere Wege trennen. Vorerst.
Hinter jeder Entscheidung die wir treffen, jeden Schritt den wir wagen oder nicht wagen, jede Flut in die wir uns stürzen oder lieber auf die Ebbe warten, steckt ein Motiv. Etwas, das uns antreibt. Ein Gefühl. Emotion, die unglaublich viel über uns aussagt. Über dich, mich – jeden von uns. Wir tun Dinge, treffen Entscheidungen, entweder aus Angst oder aus Liebe. Das hat mein bester Freund gesagt. Und an diesen Worten hängt unwahrscheinlich viel Wahres. Das trifft’s so dermaßen auf den Punkt, dass sie mich gar nicht mehr los lassen wollen. Mich tagtäglich überall hin begleiten. Und unwillkürlich stellt man sich selbst die Frage: wie handele ich? Aus Liebe? Oder Angst? Arbeite ich an Herzensangelegenheiten, Dingen, die mir wichtig sind? Oder nehme ich hin, akzeptiere, lasse das Leben seinen Lauf nehmen, ohne einen Finger zu rühren? Aus Angst zu scheitern. Versagen will niemand. Aber jeder will seine Leidenschaft leben! Das Leben mit beiden Händen fest anpacken. Losgehen. Scheitern und trotzdem weiter machen. Aus Liebe zur Sache handeln. Aber wie sieht die Realität aus? Angst oder Liebe? Was treibt dich an?

Von Ebbe habe ich genug. Es ist Zeit für die Flut. Da hat sich so viel Gefühl, so viele Stunden vor mich hin träumen, planen, ausmalen, das aufregende Porträt vor meinem inneren Auge gebildet, sodass es mir unzählige Male ein derartig blendendes Leuchten in die Augen getrieben hat, als sei ich wieder unbekümmerte sechs Jahre alt, am Abend des 24. Dezembers, das Geschenkemeer unter dem herrlich funkelnden Tannenbaum erblickend. Das will ich auch, habe ich gedacht. Über Jahre. Habe Berge von Modemagazinen nach der Schule mit nach Hause geschleppt, spannende Outfits und fantastische Inspiration wie besessen angekreuzt, geblättert, gescrollt und ganz viel Anregung in mich aufgesogen. Da war nur die Furcht, die mir wie schwerer Nebel die Sicht nahm. Bodenlose Ausreden. Pubertät und ein bleischweres Teenager-Herz vollgepackt mit Zweifel. Und das ist es, was ich meinem 15-jährigen, modeverrückten Ich und meiner jetzigen Selbst schulde: ein bisschen weniger Zweifel, ein bisschen mehr Mut und ein Fläschchen Liebe und Leidenschaft in der Brusttasche – ich nehm beide Beine in die Hand und breche auf. Packe die Gelegenheit beim Schopf, schüttele die führende Hand ab, der ich die letzten 19 Jahre fast blind folgen konnte. Der vorgegebene Weg ist hier zu Ende. Ich habe das Steuer übernommen – und nicht minder begeistert von Mode und was sie mit uns macht, was wir mit ihr machen, möchte ich nun voller Stolz und mit eben jenem Leuchten, der Erwartung, Spannung, Vorfreude im Blick, wildicate vorstellen, meinen Sprössling, meinen Blog, ein riesengroßes Stück Joana, das ich hier teilen möchte. Ich bin erwartungsvoll, vollgepackt mit Aufregung bis oben hin. Und ich freue mich, und wie! Stolz wie Oscar und glücklich wie ein Honigkuchenpferd mag ich nun also verkünden: den Gefühlen, Gedanken, Anregungen, Emotionen sind nun nicht länger Grenzen gesetzt – Der Damm ist gebrochen. Ich bin aufgebrochen.

Und als wir an diesem bescheidenen Platz saßen, an dem so unzählig viele Erinnerungen hängen, über die Kleinstadt blickten, die wir gar nicht schnell genug loswerden konnten und trotzdem vermissen würden, vielleicht, irgendwie, und die letzten Augenblicke wortlos verstrichen ließen, ehe uns das Leben mit aller Kraft ins kalte Wasser schmeißen würde, hallten die simplen aber so fundamentalen Worte in unseren Herzen nach. Aus Liebe. Wir waren uns sicher, wir beide. Auch wenn in jenem Moment keiner ein Wort sprach. Wir würden aus Liebe handeln. Das Leben von nun an furchtlos angehen. Oder die Angst mit aller Kraft herunterschlucken. Wagen, riskieren, selbst wenn wir scheitern sollten. Denn auch Wege, die wir aus Angst einschlagen können steinig sein. Uns ins Schleudern bringen. Und letzten Endes zu Boden bringen. Wir wollen nicht zurück blicken und denken: was wäre wenn? Lieber wäre mir: wenigstens haben wir’s versucht! Das ist kein Abschied. Das ist der Anfang der Geschichten, die wir uns erzählen. Dann, wenn wir uns wieder sehen. Und hoffentlich erzählen wir von Liebe, Leidenschaft. Von Herzrasen, durchgearbeiteten Nächten, Stolz. Von Scheitern, aber auch Erfolg. Von misslungenen Anläufen, über die wir lachen können. Und von dem überwältigenden Moment, in dem wir geradewegs über die Ziellinie gesprintet sind. Mit voller Wucht. Wenn auch mit ein paar Schrammen. Aber ich will Ankommen. Mehr. Einfach machen. Aus Liebe.

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